Decoupagepapier im Herbst: Dekoideen mit Gießkeramik
Herbstliche Decoupage-Ideen mit Kürbissen, Blättern und warmen Farben
Wenn draußen die ersten Blätter ihre Farbe wechseln, dürfen bei uns im Atelier auch Kürbisse, warme Orangetöne und kleine Geister einziehen. Für diese herbstliche Dekoration haben wir Schalen und Teller aus Gießkeramik mit Decoupagepapier gestaltet. Aus schlichten weißen Gießteilen entstehen so dekorative Einzelstücke, die fast wie glasierte Keramik aussehen.
Das Schöne an dieser Technik ist, dass ihr nicht besonders gut zeichnen können müsst. Die Motive sind bereits auf dem Papier vorhanden und werden passend zum Werkstück ausgewählt. Mit etwas Kleber, einem weichen Pinsel und Geduld lassen sich die feinen Kürbisse, Blätter, Blüten und Schriftzüge sauber aufbringen.
In diesem Beitrag zeigen wir euch, worauf wir bei der Verarbeitung achten, warum die Trocknungszeit der Gießkeramik so wichtig ist und wie ihr zwischen einer matten und einer hochglänzenden Oberfläche wählen könnt.
Was ihr für die herbstliche Decoupage-Dekoration benötigt
Als Grundlage braucht ihr eine selbst gegossene Schale, einen Teller oder ein anderes Dekoobjekt aus einer mineralischen Gießmasse wie Raysin, Ceraflott oder einem vergleichbaren Gießpulver. Dazu kommen Decoupagepapier mit Herbstmotiven, Acrylfarben, ein weicher Flachpinsel, eine kleine Schere, Decoupagekleber und bei Bedarf ein zusätzlicher Versiegelungslack.
Wir haben für unsere Projekte unter anderem Decoupagekleber von Rayher sowie Kleber und Lack von Pentart beziehungsweise Pentacolor verwendet. Je nach gewünschtem Ergebnis könnt ihr eine matte oder glänzende Variante wählen. Für die besonders glänzenden Teller und Schalen kam zusätzlich Triple Gloss Glaze zum Einsatz.
Legt euch außerdem etwas Küchenpapier, einen Becher Wasser und eine saubere Unterlage bereit. Die Arbeitsfläche sollte möglichst staubfrei sein, denn kleine Fusseln fallen auf einer glänzenden Oberfläche später schneller auf.
Zuerst wird die Schale oder der Teller gegossen
Am Anfang steht das Gießen. Wir rühren die Gießmasse nach den Angaben des jeweiligen Herstellers an und füllen sie langsam in die Form. Leichtes Klopfen an die Form hilft dabei, eingeschlossene Luftblasen nach oben steigen zu lassen. Nach der vorgesehenen Abbindezeit kann das Werkstück vorsichtig entformt werden.
Jetzt kommt allerdings der wichtigste Punkt des gesamten Projekts: Das Gießteil muss vollständig durchtrocknen. Dass es sich bereits hart anfühlt und aus der Form genommen werden kann, bedeutet noch nicht, dass im Inneren keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist.
Es wird von den meisten Gießkeramik-Herstellern empfohlen, das entformte Gieß-Objekte noch einige Tage an der Luft vollständig trocknen zu lassen, bevor sie bemalt, geschliffen oder anderweitig weiterverarbeitet werden. Wie lange das dauert, hängt unter anderem von der Größe und Dicke des Gießlings ab.
Genau zu diesem Thema bekommen wir in unserem Geschäft sehr häufig Fragen. Kundinnen und Kunden erzählen uns, dass die Farbe oder der Kleber auf ihrem Gießstück einfach nicht richtig trocknen will. Unsere erste Frage lautet dann immer: „Wie lange habt ihr das gegossene Stück trocknen lassen?“ Sehr oft lautet die Antwort: über Nacht.
Das ist in vielen Fällen zu wenig. Aus unserer praktischen Erfahrung empfehlen wir, die Gießkeramik mindestens drei Tage trocknen zu lassen. Ideal sind, besonders bei größeren Schalen oder dickeren Tellern, bis zu sieben Tage.
Stellt das Werkstück an einen trockenen, gut belüfteten Platz und dreht es zwischendurch um, damit auch die Unterseite Luft bekommt. Erst wenn die Restfeuchtigkeit entwichen ist, haften Farbe, Decoupagekleber und Lack zuverlässig und bleiben nicht unangenehm klebrig.
Die Oberfläche für das Decoupagepapier vorbereiten
Nach dem Trocknen prüfen wir die Oberfläche und die Kanten. Kleine Unebenheiten können vorsichtig mit feinem Schleifpapier geglättet werden. Den dabei entstehenden Staub entfernen wir gründlich mit einem weichen Tuch. Die Fläche muss sauber, trocken und frei von Fett sein.
Weiße Gießkeramik ist für Decoupage besonders praktisch, weil die Farben des Papiers darauf klar und leuchtend erscheinen. Möchtet ihr einen farbigen Hintergrund, könnt ihr das Werkstück vorher mit Acrylfarbe bemalen. Lasst auch diese Farbschicht vollständig trocknen, bevor ihr mit dem Kleber beginnt.
Bei unseren Schalen haben wir die weiße Grundfläche größtenteils sichtbar gelassen und die Ränder in einem kräftigen Kürbisorange gestaltet. Auf einem Teller ergänzten wir rund um den Rand breite orangefarbene Pinselstriche. Dadurch wirkt das einzelne Kürbismotiv in der Mitte besonders lebendig und das Geschirr bekommt einen fröhlichen, handgemalten Charakter.
Decoupagepapier Herbst: Kürbisse, Blätter und warme Farben
Decoupagepapier für den Herbst bietet unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Unsere Bögen enthalten unterschiedlich große Kürbisse, zarte Zweige, einzelne Herbstblätter, orangefarbene Blüten sowie Schriftzüge wie „autumn“, „pumpkin“ und „harvest“. Die Farbtöne reichen von hellem Apricot über klassisches Kürbisorange bis zu Rostbraun und gedecktem Grün.
Für eine größere Schale haben wir mehrere Kürbismotive locker miteinander kombiniert. Unterschiedliche Größen sorgen dafür, dass die Anordnung nicht zu streng wirkt. Kleine Blätter und Zweige füllen freie Stellen, ohne das Gesamtbild zu überladen.
Auf dem kleineren Teller steht dagegen ein einzelner großer Kürbis im Mittelpunkt. So zeigt sich schön, wie verschieden ein und derselbe Decoupagepapierbogen wirken kann.
Schneidet die gewünschten Motive möglichst genau aus. Bei sehr feinen Zweigen kann ein kleiner weißer Rand stehen bleiben, wenn der Untergrund ebenfalls weiß ist. Auf unregelmäßig geformten Schalen funktionieren mehrere kleine Motive meist besser als ein einziges großes Bild, weil sie sich leichter an Rundungen und Vertiefungen anpassen.
Decoupage-Kleber
Matter oder glänzender Decoupagekleber?
Decoupagekleber übernimmt meistens zwei Aufgaben: Er befestigt das Papier und bildet gleichzeitig eine schützende Lackschicht.
Der matte Decoupage Kleber & Lack von Rayher ist wasserbasiert, trocknet transparent und matt auf und eignet sich unter anderem für Keramik, Terrakotta, Holz und MDF. Nach dem Aufkleben empfiehlt Rayher weitere Anstriche, wobei die einzelnen Schichten jeweils trocknen müssen.
Ein matter Kleber ist ideal, wenn ihr den weichen, natürlichen Charakter des Gießmaterials erhalten möchtet. Die Oberfläche wirkt ruhig und modern, und kleine Unebenheiten fallen weniger stark auf. Eine glänzende oder seidenglänzende Variante bringt die Farben dagegen stärker zum Leuchten und wirkt keramischer.
Auch Pentart bietet Decoupagekleber und Lack in unterschiedlichen Ausführungen an. Der matte Kleber trocknet ohne Glanz, während die seidenglänzende Variante einen sanften Schimmer erzeugt.
Der Decoupagekleber wird unter und über dem Decoupagepapier verwendet. Beim Überstreichen arbeitet man von der Mitte zu den Rändern, damit Luftblasen herausgeschoben werden.
Welche Variante besser passt, hängt ganz von eurem gewünschten Ergebnis ab:
-Matter Decoupagekleber sorgt für eine natürliche, zurückhaltende Oberfläche.
-Glänzender Kleber lässt die Farben kräftiger erscheinen.
-Seidenglänzender Kleber liegt optisch zwischen beiden Varianten.
-Ein zusätzlicher Hochglanzlack erzeugt einen besonders starken Keramikeffekt.
So bringst du die Motive sauber auf:
Die Motive aus dem Decoupagepapier können entweder ausgeschnitten oder vorsichtig herausgerissen werden. Beim Ausschneiden entstehen klare, gut sichtbare Konturen. Gerissene Ränder wirken dagegen weicher und gehen nach dem Aufkleben besonders sanft in den Untergrund über. Für einen möglichst natürlichen Übergang reißen wir unsere Motive deshalb meistens aus dem Papier.
Damit das auch bei kleinen oder eng nebeneinanderliegenden Motiven gelingt, verwenden wir einen feinen Pinsel und etwas Wasser. Wir fahren mit dem angefeuchteten Pinsel einmal rund um das gewünschte Motiv und zeichnen so eine schmale, nasse Linie. Entlang dieser Linie lässt sich das Papier anschließend sehr kontrolliert auseinanderreißen. Dadurch können wir nah am Motiv arbeiten, ohne versehentlich ein benachbartes Motiv auf dem Decoupagepapierbogen zu beschädigen. Achtet darauf, den Pinsel nur anzufeuchten und das Papier nicht vollständig zu durchnässen.
Soll ein größeres Stück Decoupagepapier genau auf den Boden eines Tellers oder einer Schale passen, bestimmen wir die benötigte Größe direkt mit dem Werkstück. Dafür befeuchten wir die Bodenfläche der Schale ganz leicht und drücken sie vorsichtig auf die Rückseite des Decoupagepapiers. Dadurch überträgt sich die Form wie ein feuchter Stempel auf das Papier. Entlang dieser sichtbaren Außenkante kann das Papier anschließend herausgerissen werden.
Das vorbereitete Papierstück wird mit Decoupagekleber auf den vollständig getrockneten Gießling oder das gewünschte Objekt aufgetragen. Wir streichen das Papier vorsichtig von der Mitte zu den Rändern glatt, damit möglichst keine Luftblasen oder starken Falten entstehen.
Ist das Papier etwas größer als die vorgesehene Fläche, ist das zunächst kein Problem. Lasst Papier und Kleber vollständig trocknen. Erst danach werden überstehende Ränder mit einem scharfen Präzisionsmesser direkt an der Kante sauber abgeschnitten. Arbeitet dabei langsam, verwendet eine geeignete Schneideunterlage und führt das Messer immer vom Körper weg. So erhält das Decoupagepapier genau die Form des Tellers oder der Schale und der Abschluss wirkt besonders ordentlich.
Gerissene Motive auf dem Teller- Die Übergänge sind fließend.
Triple Gloss für eine Oberfläche wie glasierte Keramik
Für unsere besonders glänzenden Teller und Schalen haben wir als abschließende Versiegelung Triple Gloss von Rayher verwendet.
Dieser wasserbasierte Hochglanzlack bildet bereits mit einem Auftrag eine klare, glasähnliche Schutzschicht und intensiviert die darunterliegenden Farben. Das passt wunderbar zu Gießkeramik, weil die fertige Oberfläche anschließend beinahe wie gebrannte und glasierte Keramik aussieht.
Vor dem Versiegeln müssen Farbe, Kleber, Papier und natürlich das Gießstück vollständig trocken sein. Andernfalls kann der Lack trüb werden oder das Motiv verschwimmen.
Tragt den Lack mit einem weichen Pinsel gleichmäßig auf und streicht nicht ständig über bereits antrocknende Stellen. Danach sollte das Stück waagerecht und staubgeschützt trocknen. Rayher gibt für die vollständige Belastbarkeit eine Aushärtungszeit von 24 Stunden an.
Wichtig: Unsere Schalen und Teller sind Dekorationsobjekte. Triple Gloss ist nicht für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen. Auch mineralische Gießmassen bleiben grundsätzlich saugfähig und sind ohne ein dafür ausdrücklich geeignetes System nicht als Essgeschirr gedacht.
Nutzt die fertigen Stücke daher beispielsweise für Schmuck, Schlüssel, Trockenblumen oder einfach als herbstliche Tischdekoration.
Kleine Geister aus lufttrocknender Modelliermasse
Zu den Kürbisschalen haben wir kleine Geister aus lufttrocknender Modelliermasse gestaltet. Nach dem Trocknen erinnert ihre matte weiße Oberfläche ebenfalls an Keramik. Einige Geister bekamen ausgeschnittene Kürbisse, andere wurden mit orangefarbenen Blüten und Herbstblättern verziert.
Die Kombination aus dem freundlichen Gesicht und den zarten Papiermotiven macht die Figuren eher niedlich als gruselig. Dadurch passen sie nicht nur zu Halloween, sondern zur gesamten Herbstzeit. Zwischen Samtkürbissen, einem bernsteinfarbenen Glas und natürlichen Platzsets wirken sie besonders warm und gemütlich.
Bei Modelliermasse gilt derselbe Grundsatz wie bei der Gießkeramik: Sie muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor Farbe, Papier und Kleber aufgetragen werden. Gerade in dickeren Falten kann sich Feuchtigkeit länger halten.
Ein herbstliches Holzbild mit Geist
Neben Gießkeramik und Modelliermasse lässt sich Decoupagepapier auch hervorragend auf Holz verwenden. Für unser rundes Dekobild haben wir ein Geistermotiv mit Hexenhut und Besen gewählt. Der warme orangefarbene Hintergrund, die dunklen Ränder und die sichtbare Holzstruktur verleihen dem Bild einen leicht nostalgischen Halloween-Look.
Auf Holz sollte die Oberfläche glatt, sauber und staubfrei sein. Helle Motive kommen besser zur Geltung, wenn der Untergrund vorher weiß oder sehr hell grundiert wird. Möchtet ihr die Maserung weiterhin sehen, könnt ihr nur den Bereich unter dem Motiv leicht aufhellen oder mit transparenten Farbschichten arbeiten.
Gemeinsam mit den Kürbisschalen, den Modelliermasse-Geistern und orangefarbenen Dekokürbissen entsteht so eine abwechslungsreiche Herbstlandschaft. Die einzelnen Stücke passen farblich zusammen, sehen aber trotzdem nicht aus wie ein fertiges Set von der Stange.
Unsere wichtigsten Tipps gegen Falten und klebrige Oberflächen
-Lasst gegossene Werkstücke nicht nur über Nacht, sondern mindestens drei Tage und bei dickeren Formen möglichst bis zu sieben Tage trocknen.
-Legt die Motive vor dem Kleben probeweise auf und fotografiert eure Anordnung.
-Verwendet einen weichen, sauberen Flachpinsel und streicht immer von der Mitte nach außen.
-Tragt mehrere dünne Schichten auf, anstatt Papier und Oberfläche mit Kleber zu übersättigen.
-Lasst jede Schicht vollständig trocknen, bevor die nächste folgt.
-Verarbeitet große Motive bevorzugt auf flachen Flächen und kleinere Motive auf Rundungen.
-Reinigt den Pinsel direkt nach der Arbeit nach den Angaben des verwendeten Produkts.
-Versiegelt erst, wenn Gießmasse, Farbe und Decoupagekleber wirklich trocken sind.
-Verwendet die fertigen Teller und Schalen ausschließlich als Dekoration, sofern die eingesetzten Materialien nicht ausdrücklich für Lebensmittelkontakt zugelassen sind.
Gießkeramik mit Decoupage zu verzieren, ist eine wunderbare Möglichkeit, aus einfachen weißen Formen individuelle Herbstdekorationen zu gestalten. Kürbisse und Blätter wirken klassisch, während kleine Geister und Hexenmotive die Dekoration spielerisch in Richtung Halloween führen.
Matte Oberflächen passen besonders gut zu natürlicher, ruhiger Dekoration. Mit Triple Gloss entsteht dagegen ein intensiver Glanz, der an glasierte Keramik erinnert.
Am wichtigsten ist dabei nicht, dass jedes Motiv vollkommen faltenfrei und jeder Pinselstrich identisch aussieht. Gerade die kleinen Unregelmäßigkeiten zeigen, dass jedes Stück von Hand gestaltet wurde.
Gebt der Gießkeramik genügend Zeit zum Trocknen, arbeitet beim Aufkleben in Ruhe und entscheidet am Ende selbst, ob euer Decoupagepapier Herbst lieber matt, sanft glänzend oder mit einer auffälligen Hochglanzoberfläche zur Geltung kommen soll.
Häufig gestellte Fragen:
Was ist der Unterschied zwischen Decoupagepapier und Servietten?
Decoupagepapier ist meist stabiler als eine Serviette und lässt sich dadurch leichter positionieren. Bei Servietten wird nur die oberste bedruckte Lage verwendet. Diese ist sehr dünn, reißt schneller und benötigt besonders wenig Kleber.
Lassen sich Motive nach dem Aufkleben noch verschieben?
Solange der Kleber noch feucht ist, kann das Papier vorsichtig korrigiert werden. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass es reißt. Bereits getrocknete Motive lassen sich normalerweise nicht mehr unbeschädigt ablösen.
Wie reinige ich fertig verzierte Schalen und Teller?
Staub entfernt ihr am besten mit einem weichen, trockenen Tuch. Versiegelte Oberflächen können vorsichtig nebelfeucht abgewischt werden. Die Stücke sollten weder eingeweicht noch in der Spülmaschine gereinigt werden.
Warum trocknet die Farbe auf meiner Gießkeramik nicht und bleibt klebrig?
Meist enthält das gegossene Stück noch zu viel Restfeuchtigkeit. Nur weil die Gießkeramik hart ist und sich entformen lässt, ist sie noch nicht vollständig durchgetrocknet. Lasst das Werkstück vor dem Bemalen oder Verzieren mindestens drei Tage, bei größeren oder dickeren Formen idealerweise bis zu sieben Tage trocknen. Stellt es an einen gut belüfteten Ort und dreht es zwischendurch um. Erst danach sollten Farbe, Decoupagekleber oder Lack aufgetragen werden.